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Das kleine schwarze Einhorn Teil 1- Hilfe in der Not

Es war einmal, vor nicht all zu langer Zeit, eine kalte, dunkle, stürmische Nacht. Ein wunderschönes, aber ein bisschen dickes, Einhorn mit farbigem Schweif und Mähne irrte umher und suchte Schutz vor dem nahenden Unwetter.

Ihr grosser runder Bauch schmerzte von Zeit zu Zeit sodass sie immer wieder anhalten musste um tief in den Bauch zu atmen.

Auf ihrer Suche nach einem Unterschlupf wollten ihr an diesem Abend schon viele helfen, aber die Häuser von Herr Langohr, Frau Rotschwanz und Familie Graupelz waren einfach zu klein.

Gerade als das Einhorn, nach einer erneuten Pause, weitergehen wollte hörte sie eine schrille piepsige Stimme: "Hey du! Was ist denn mit dir los?" Sie schaut sich verwundert um, sehen konnte sie aber Niemanden. "Hallo du komisches Nashorn! Hier bin ich! Hier bei deinem rechten Huf! Du musst schon weiter schauen als deine Nase lang ist."

Das Einhorn blickte nach unten, tatsächlich, vor ihr auf einer kleinen Wurzel stand ein noch kleineres Geschöpf. Es war gerade mal so gross wie ein kleiner Finger eines Kindes, mit einer krummen Brille auf der knolligen Nase. Die Kleider waren bunt ohne Flecken aber mit Flicken hie und da. In der einen Hand hielt es einen Besen, in der Anderen eine Art Laterne, in der ein Glühwürmchen als Lichtquelle gefangen war, welches brav die Umgebung des kleinen Wesen ausleuchtete. "Entschuldigung Kleines aber ich bin kein Nashorn sondern ein Einhorn. Mein Name ist Twinky und wer bist du?" Das kleine Geschöpf runzelte die Stirn unter seinem spitzen Hut und rückte die Brille zurecht. "Ich dachte Einhörner gibt es nur in den Märchen. Freut mich sehr Twinky ich bin Winzi. Winzi Wurzelstock die Waldhexe um genau zu sein." Nachdem sie den Besen zwischen ihre Beine geklemmt hatte hob Winzi langsam ab und schwebte auf Twinky's Augenhöhe. "Sag mir mal was du hier machst. Ich lebe schon viele hundert Jahre an diesem Ort und habe dich nie gesehen. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass es dir nicht gerade sehr gut geht." Winzi hatte Recht.

Der Druck im Bauch des Einhorns wurde immer stärker und auch öfter. Twinky war erschöpft und wollte sich am liebsten hinlegen, sie atmete wieder einmal tief durch und antwortete: "Ich wurde von meiner Herde getrennt. Wir waren auf der Flucht als die ersten Wehen kamen, ich musste eine Pause machen und habe die Anderen dabei verloren. Seit dem bin ich auf der Suche nach einem Unterschlupf vor dem kommenden Sturm. Ich möchte nicht das mein Fohlen in der ersten Nacht vom Regen durchgeweicht wird. Kannst du mir vielleicht helfen?" Die kleine Waldhexe hängte ihre Laterne vor sich an den Besen und forderte das Einhorn, mit einer Handbewegung auf, ihr zu folgen. "Ich würde dir ja mein Haus anbieten aber mit deinem dicken Bauch, bezweifle ich, dass du durch die Türe kommst" In Gedanken zweifelte Twinky  daran, dass die Türe das Einzige ist, was zu klein für sie wäre. Froh darüber, dass Winzi nicht sehr schnell flog, trottete sie ihr nach in den Wald hinein. Es war stockdunkel um die Beiden herum, die Bäume wackelten bedrohlich hin und her, man hörte die ersten Regentropfen auf die Blätter prassen. Twinky musste acht geben nicht zu stolpern.

"Du hast Glück." sagte Winzi "Ich habe es vor kurzem geschafft die nervigen Menschen aus einer Waldhütte zu vertreiben welche diese Ruhestörer in der Nähe meines Hauses gebaut haben. Dort ist es trocken und warm." Erleichtert stellt Twinky fest dass sie nur noch wenige Meter von der besagten Waldhütte weg waren.

Viel weiter könnte sie nicht mehr gehen.

Winzi holte einen kleinen krummen Stock hervor, brabbelte etwas vor sich hin und tippte dabei die Türe der Waldhütte an. Unter leisem knarren öffnete sich die Türe, Winzi schwebte hinein und drückte einen Lichtschalter neben dem Eingang. Neugierig trat nun auch das schwangere Einhorn in die Hütte ein. Schön sah es aus. Es hatte nicht viele Möbel, nur einen grossen Stuhl vor einem Kamin, ein Bett in der einen Ecke und eine mini Küche in der anderen Ecke. Wieder brabbelte die kleine Hexe etwas vor sich her, zuerst zeigte sie dabei mit dem Stock auf den Kamin wodurch sich ein Feuer entfachte, danach zielte sie auf den Boden wo wie aus dem nichts ein riesiger Haufen Stroh lag. Mit einem grossen Eimer Wasser und einem Ballen Heu beendete Winzi ihre Zaubershow und drehte sich zufrieden lächelnd Twinky zu. "Ich hoffe du bist zufrieden mit deiner Unterkunft. Solange du nicht nächtelang irgendwelche Partys feierst darfst du gerne eine Weile bleiben." "Vielen dank liebe Waldhexe. Keine Sorge, ich fühle mich im Moment nicht dazu berufen Partys zu feiern. Ich danke dir für deine Hilfe, dies ist mehr als ich erhofft hatte." Zufrieden und völlig erschöpft sank Twinky in das weiche Stroh. "Ich gehe jetzt auch nach Hause, mein Glühwürmchen wird nicht mehr lange leuchten. Es hat sicher Hunger und ich brauche ein wenig schlaf es ist ja schon unglaublich spät. Morgen früh komme ich wieder und schaue nach euch. Ich nehme jedenfalls an, dass das Kleine, bis morgen das Licht der Welt erblicken wird. Oder möchtest du das ich hier bei dir bleibe?" "Nein, nein. Du hast schon so viel für mich getan. Geh ruhig nach Hause, es kommt alles gut. Ich habe ja dank dir alles was ich brauche." Winzi zögerte ein wenig, sie wusste nicht ob es angebracht wäre trotzdem zu bleiben. "Ok, dann bis Morgen. Wenn du dennoch etwas brauchst rufst du mich aber bitte, mein Haus steht 20 Meter nebenan." "Versprochen. das werde ich."

Erschöpft legte das Einhorn seinen Kopf in das Stroh, sie war so müde. Die kleine Hexe verlies die Hütte, nachdem sie kontrolliert hatte, dass es dem Pferd mit dem Horn auf der Stirn wirklich an nichts fehlte. Sie wollte schnell schlafen gehen, so würde es schnell Morgen werden. Auch wenn es dann Montag ist, an diesem Montag würde sie sicher gerne aufstehen.

 

 Autorin: 

Jessica Gerritsen

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Kommentare: 1
  • #1

    Larissa Heydrich da silva estrela (Montag, 14 September 2015 12:03)

    Hoi jessi schöni gschecht wie

    besch of die site Choo