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Das kleine schwarze Einhorn Teil 2 - Das kleine Schwarze

Es war noch ganz früh am Morgen, die ersten Sonnenstrahlen kämpften sich durch das Blätterdach und kitzelten Twinky in den Nüstern, als sie ein leises Knarren hörte. Sie hob den Kopf und blickte in Richtung der Türe.

Die kleine Waldhexe, welche ihr in der Nacht diesen Unterschlupf anbot, steckte den Kopf hinein.

"Guten Morgen Winzi." Das Einhorn war erfreut über den frühen Besuch, lächelnd forderte sie die Waldhexe auf hereinzukommen. "Ich wusste nicht ob es nicht zu Früh ist um nach dir zu schauen, aber ich stehe immer mit der Sonne auf sonst ist der Tag so schnell vorbei." Das schöne weisse Einhorn erhob sich und schüttelte die Reste des Strohs aus seiner farbigen Mähne, sie war über Nacht viel schlanker geworden. "Ich finde es schön das du hier bist, ich wollte dir sowieso jemanden vorstellen." sagte Twinky und trat ein paar Schritte neben den Strohhaufen. Jetzt erst sah Winzi etwas kleines, schwarzes im Stroh liegen. Es lag eingekuschelt und eingekugelt im Stroh. Auf den ersten Blick sah man gar nicht wo vorne und hinten war. Neugierig, wie Winzi war, ging sie näher an das schwarze Bündel heran. Mit der linken Hand berührte sie das Fell, es war so kuschelig weich, dass man sich am liebsten drauflegen würde. Auf einmal fing das schwarze Bündel an sich an der gegenüberliegenden Seite zu bewegen. Ein kleiner süsser Pferdekopf mit tiefschwarzen Augen schauten verwundert auf das kleine Wesen.

"Mama! Da ist etwas an meinem Popo!" Der kleine schwarze Pferdekopf kam ganz nahe an Winzi heran. Auch wenn es ein Fohlen war, seine Nüstern waren im vergleich zu der kleinen Waldhexe riesig. Das kleine Fohlen schnupperte an der Waldhexe und atmete dabei so fest ein das es schwups machte und Winzi steckte in der Nase des kleinen schwarzen Fohlens. Erschrocken hielt es den Atem an, aber das kitzelte, und schon im nächsten Augenblick musste das Kleine niesen. In einem hohen Bogen flutschte Winzi heraus und landete im weichen Stroh. Twinky hätte am liebsten gelacht, aber sie machte sich sorgen um die Kleine Hexe. Sie trat an den Strohhaufen heran um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Dort lag sie, mit Schleim überdeckt! "Winzi ist alles in Ordnung?" Mit sorgenvollem Blick stupste sie die Hexe leicht an. Ein leises Stöhnen war zu hören. Winzi setzt sich auf und hob die Arme, der Schleim tropfte nur so runter. Das kleine schwarze Fohlen wollte sich entschuldigen und kam mit seinem Kopf wieder nahe an Winzi heran.

"Hey pass bloss auf! Ich will da nicht nochmals rein" sagte Winzi und stiess den Kopf des kleinen Fohlens von sich weg. " Es, es tut mir leid." schluchzte das kleine Fohlen voller Reue. " Das wollte ich nicht!" Es wackelte in Richtung seiner Mutter und wollte sich beschämt verstecken. "Ist schon gut. Winzi meinte es nicht böse. Du musst nur ein wenig besser aufpassen." sagte Twinky und gab ihrem Kind einen liebevollen Kuss.

Das kleine Fohlen wollte sein Missgeschick unbedingt wieder gut machen, es nahm den Eimer und wollte ihn zu Winzi bringen damit sie sich den Schleim abwaschen konnte. Da es aber noch nicht sehr sicher auf den Beinen war stolperte es und der gesamte Inhalt des Eimers entleerte sich auf die kleine Hexe. Winzi wusste in diesem Augenblick nicht ob sie wütend sein sollte oder einfach nur lachen wollte. Erstaunt hörten Twinky und ihr Fohlen schallendes Gelächter unter dem umgedrehten Eimer. Twinky nahm den Eimer weg.

Tatsächlich die kleine Hexe kugelte sich vor lachen.

"Wieso lachst du?" fragte das kleine Fohlen "Solltest du nicht wütend auf mich sein?" Winzi wischte sich über das Gesicht und sagte: "Ich weis du hast es nicht böse gemeint, und es sah so lustig aus wie du gestolpert bist. Ausserdem gebe ich dir jetzt die erste Lektion für dein Leben: Lache soviel du kannst, das macht glücklich. Es wird auch in deinem Leben ein paar Tage geben die nicht so Rund laufen - so wie dieser Morgen bei mir. Wichtig ist nur das man trotz allem das Gute sieht. Schau mich an! Ich bin jetzt nicht mehr voller Schleim."

Das stimmte, der Schleim war weg, dafür war Winzi nass bis auf die Unterhose. Zum Glück war sie eine Hexe. Sie zog ihren kleinen krummen Stock unter dem Mantel hervor, brabbelte etwas und bling! Sie war wieder ganz trocken, als wäre nichts gewesen. Nach einem weiteren gebrabbelt stellte sich der Eimer wieder an seinen Platz und war gefüllt mit frischem Wasser. "WOW ist das super!" staunte das kleine Fohlen "Hast du das gesehen Mama?" Lächelnd nickte das weisse Einhorn.

"Ich hab da mal eine Frage." Winzi setzte sich auf ihren Besen und schwebte um das kleine Fohlen herum. "Wie heisst dieser kleine Tollpatsch eigentlich?" Stolz blickte Twinky auf ihr Fohlen und antwortete: " Ich nenne sie Bianca." Erstaunt über diesen Namen wäre Winzi fast in den Kopf des Fohlens geflogen. "Ich bin ein wenig verwirrt!" Winzi flog immer noch um Bianca herum. "Sie ist doch schwarz! Bianca bedeutet aber doch glänzend und weiss!" "Das stimmt," antwortete Twinky lächelnd "wenn ein wenig Zeit ins Land gegangen ist wird sie auch weiss werden so wie ich. Alle von uns die weiss sind waren als Fohlen schwarz." "Nun gut, ich glaube dir mal. Da kenne ich mich wirklich nicht aus. Falls sie ihr schwarzes Fell behält, hat sie ja noch die Chance, mit einer reinen Seele ihrem Namen gerecht zu werden. Ich verlasse euch jetzt wieder, denn ich muss noch frische Kräuter sammeln für meine Zaubersäfte. So wie ich gehört habe ist der kleine Hase in der Nachbarschaft krank, dort gehe ich mal vorbei und schaue was ich mit meinem Zauber bewirken kann. Wenn er wieder gesund ist könntet ihr zusammen spielen."

Twinky begleitete die kleine Waldhexe nach draussen. "Vielen Dank für deinen Besuch und das wir hier sein dürfen. Wir stehen tief in deiner Schuld." Die kleine Hexe wurde rot. Sie half dem Einhorn gerne, denn auch wenn sie Twinky nicht gut kannte, wusste Winzi das auch das Einhorn ihr helfen würde wenn sie Hilfe benötigen sollte. "Ich muss jetzt los," sagte die kleine Waldhexe "wir sehen uns bald wieder." Nachdem Winzi davon gedüst war drehte sich das Einhorn um und schaute in die Waldhütte hinein. Die kleine Bianca hatte sich wieder in das Stroh gekuschelt und schlief friedlich. Das schöne weisse Einhorn mit der farbenprächtigen Mähne beschloss draussen zu bleiben. Sie genoss die warmen Sonnenstrahlen welche auf ihrem weissen Fell tanzten und atmete die frische Luft tief ein. Nach dieser anstrengenden und kurzen Nacht wollte sie diesen Rest des Tages einfach nur noch geniessen und sich an ihrem Glück erfreuen.

 

Autorin:

Jessica Gerritsen

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Kommentare: 1
  • #1

    Larissa Heydrich da silva estrela (Montag, 14 September 2015 12:07)

    Wenn chont de 3 teil