Kiana's Reise - Teil 3

3 Wochen war Kiana nun schon auf ihrer Reise. Langsam neigten sich ihre Vorräte dem Ende. Als Elfe sollte sie wissen welche Pflanzen man essen konnte, sie sollte wissen wo sich die besten Pilze versteckten und welche Büsche herrliche Beeren trugen. Aber in der Schule hat sie viel lieber gemalt als sich zu merken wo sich diese finden lassen. Wer hätte damals auch gedacht    dass sich das kleine zierliche Mädchen ganz alleine auf so eine grosse Reise macht.

Kiana erhob sich mit knurrendem Magen.

Nicht weit von der Wiese entfernt, auf der sie geschlafen hatte, befand sich ein Wald. 'Da wird es sicher irgendwo Beeren haben die ich sammeln kann.' dachte sich Kiana und marschierte los.

Bevor sie in den Wald gehen konnte musste sie über ein kleines Bächlein hüpfen. Auf der anderen Seite kniete sie sich nieder, streckte ihre Hände ins kühle Nass und trank ein paar Schlücke. Danach ging sie weiter, nur wenige Meter im Wald inneren jubelte ihr Magen beim Anblick eines Baumes voller kleiner hellrot leuchtender Beeren. Sie eilte hin, sammelte sogleich eine ganze Hand voll und stopfte sie alle gleichzeitig in den Mund.

"Ich rate dir sie wieder auszuspucken, ansonsten verdirbst du dir den Magen." hörte Kiana eine freundliche Stimme hinter sich sagen.

Sie wandte sich um während die unzerkauten Beeren wieder aus dem Mund in ihre Hände fielen. "Sind die giftig?" fragte Kiana die indigene Frau die ihr nun gegenüber stand. Sie sah aus wie eine Kriegerin. Ihre Augen leuchteten freundlich in einem wunderschönen Blau, während die Kriegsbemalung ihr etwas ernstes und geheimnisvolles verlieh. Auf dem Kopf trug sie einen feinen Schmuck an dem Federn hingen, in der einen Hand hielt sie einen langen Speer in der anderen ein totes Kaninchen.

Die Indianerin antwortete: "Nein das nicht, aber sie schmecken scheusslich und machen Bauchweh wenn du sie vorher nicht kochst." "Oh, nein Bauchschmerzen kann ich wirklich nicht gebrauchen. Könntest du mir vielleicht ein paar essbare Dinge zeigen? Ich kenne mich da leider nicht so gut aus, und da ich wohl noch lange unterwegs sein werde ist es wohl besser wenn ich mir dieses Wissen aneigne." "Natürlich, kann ich das, ich bin eine Indianerin, wir leben von der Jagt und dem Sammeln. Wenn du mir dafür deine Geschichte erzählst;- ich habe schon lange keine mehr gehört die nicht immer und immer wieder von unserem Häuptling erzählt wird. Mein Name ist übrigens Macawi."

sie pfiff und ein wunderschöner wolfsähnlicher Hund kam herbei geeilt, "Das ist Sky, sie ist mein Krafttier und wird uns begleiten." "Mein Name ist Kiana, danke dass ihr mir helft." sagte die Elfe während sie Sky über das weiche Fell streichelte.

Sky lief los, Macawi (Bedeutung: grosszügig, edel) wies Kiana mit einem Handzeichen an ihr zu folgen. Die Drei streiften den ganzen Tag umher. Macawi zeigte der Elfe verschiedene Büsche deren Blätter oder Beeren essbar waren ohne sie zu kochen, auch Wurzeln grub sie aus, diese seien vor allem wegen ihres Wassergehaltes sehr wertvoll. Als es dunkel wurde kamen sie zu einer Lichtung.

Macawi begann ein Feuer zu machen, nachdem sie den, am Morgen gejagten, Hasen ausgenommen hatte steckte sie ihn auf einen Spiess und drehte ihn über dem Feuer. Daneben hängte sie einen kleinen Topf mit Wasser und verschiedenen Kräutern die sie gesammelt hatten, sodass es einen herrlich duftenden Tee gab.

"Danke, dass du mir heute so vieles gezeigt hast. Ich könnte keinen Hasen jagen, dafür bin ich viel zu ungeschickt." "Jeder hat eigene Talente. Aber wenn du heute aufmerksam zugehört hast brauchst du auf deiner Reise nicht zu jagen. Du hast mir noch deine Geschichte versprochen, würdest du sie mir jetzt erzählen?"

Kiana lies sich nicht zwei mal bitten. Während sie am Feuer sassen, speisten und tranken fing die Elfe an zu erzählen. Macawi lauschte aufmerksam, Sky lag zwischen ihnen und lies sich abwechselnd von den beiden Frauen kraulen. Lange noch erzählte Kiana aus ihrem Leben, von ihrer Reise die noch nicht so lange andauerte und ihren Beweggründen. Als der Mond an der höchsten Stelle stand legten sich die Beiden neben dem Feuer hin und schliefen friedlich ein. 

Viel zu früh kitzelten die ersten Sonnenstrahlen die Elfennase. Kiana gähnte, öffnete die Augen und setzte sich auf.

Das Feuer war aus, von Sky und Macawi fehlte jede Spur. Neben ihr stand ein ausgehöhltes stück Holz gefüllt mit Tee und ein kleines Buch. Neugierig öffnete sie das kleine Buch, darin befanden sich viele Zeichnungen von Blättern, Wurzeln, Beeren, Blättern, und sogar ein paar Gräser. Auf der ersten Seite hatte Macawi ihr noch eine Notiz mit Kohle geschrieben hinterlassen:

Ich wünsche dir eine gute Reise, nimm mein Büchlein mit, damit du immer sicher bist was du isst und nicht alle Hasen unnötig aufscheuchen musst. Ich danke dir für deine Geschichte, vielleicht kommst du einmal zurück und erzählst mir deine Abenteuer. 

Kiana drückte das Büchlein an ihr Herz. 'Natürlich komme ich wieder und erzähle dir alles.' dachte sie.

Was für ein wertvolles Geschenk.

Sie trank den liebevoll vorbereiteten Tee aus, danach verstaute sie das Holzstück und das Büchlein in ihrem Beutel. Trotz der kurzen Nacht war sie voller Energie. Sie begann zu singen und tanzte ihren Weg fort.

 

 

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Autorin Jessica Da Silva Estrela - Gerritsen

Model: Martina

Fotos: Elena Frizler

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