Kiana's Reise - Teil 15

 

Kiana tänzelte gerade zur Musik in ihrem Kopf herum als sie eine schwarze Wolke an sich vorbei ziehen sah. Es sah irgendwie eigenartig aus und obwohl sie kein gutes Gefühl dabei hatte folgte sie ihr, von ihrer Neugier getrieben, mit viel Abstand. Die Wolke schwebte keinen Weg entlang sondern wand sich zwischen den Bäumen durch, sodass die Elfe sie aus den Augen verlor.

Enttäuscht über ihre misslungene Verfolgungsjagd lief sie etwas langsamer weiter. Sie sah vom Boden auf und bemerkte dass es eigenartig dunkel um sie herum geworden war.

Ist sie in die dunkle Wolke hinein gelaufen ohne es zu bemerken?

Was war denn da vorne los? Eine dunkle Gestallt die ihr irgendwie bekannt vorkam stand hinter einer Frau mit langen roten Haaren; ihre Augen waren geschlossen. Als die dunkle Gestalt ihre Arme hob erhob sich auch der Körper der jungen Frau in die Lüfte.

Sie schien in der Luft zu schlafen.

Farben stiegen aus ihrem Körper scheinbar tanzend hoch in die Luft. Als das Farbenspiel zu Ende war sank sie zu Boden, die dunkle Gestallt strich ihr liebevoll über das Gesicht und erhob sich. Die Frau blieb leblos liegen.

In diesem Moment erkannte Kiana wer sie vor sich hatte:

Den Tod!

Eine unbändige Angst breitete sich in ihr aus. Freund Hain hatte sie gesehen, soll sie nun die Nächste sein? Er ergriff seine Sense und ging auf die Elfe zu.

Kiana zitterte am ganzen Leib.

Zu ihrer Verwunderung lächelte der Sensenmann, ausserdem hatte sie erwartet dass es kalt werden würde, doch es wurde eher warm. "Hallo Kiana." Gevatter Tod stand direkt vor ihr. Obwohl er sie anlächelte und eine so friedliche und warmherzige Ruhe ausstrahlte hatte Kiana so grosse Angst dass sie kein Wort über die Lippen brachte. Sie dachte an die tote Frau, welche nicht weit entfernt am Boden lag. "Ist schon gut, ich verstehe deine Sorge, schliesslich kenne ich alle Mythen rund um meine Person. Aber hab nicht so eine Heiden Angst vor mir. Auch wenn es manchmal unfair erscheint, so ist nunmal das Leben. Gewiss war sie eine liebe Mutter aber das kann ich nicht berücksichtigen. Egal wer du bist, egal was du getan hast, ich wäge nicht ab, ob du gut oder böse warst. Wenn die Zeit gekommen ist, ist es mein Auftrag, dich zu holen und deine Seele aus deinem Körper zu entlassen."

Kiana nickte und lächelte scheu. 

Ohne ein weiteres Wort löste er sich in die schwarze Wolke auf die sie zuvor verfolgt hatte und verschwand zwischen den Bäumen auf der Suche nach der nächsten Seele auf seiner Liste. Die Elfe ging zu der leblosen Frau hin. 'Sie sieht so friedlich aus.' dachte Kiana während tränen ihre Wangen hinunter rollten. 'Sie sei eine Mutter hat er gesagt. Ob die Kinder wohl von ihrem Schicksal wussten?' Sie begann Äste, Blumen und Moos zu sammeln um die Frau damit zu bedecken. Als sie fertig war sprach Kiana ein Gebet. Nachdem sie versprochen hatte ihre Familie zu benachrichtigen damit diese ihr Grab besuchen konnten zog sie nachdenklich davon.

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Kommentare: 1
  • #1

    Vanessa (Samstag, 15 Dezember 2018 12:51)

    Ich sehe den Tod gar nocht so. Mir macht er angst. Nicht so freundlich und fair wie du ihn beschreist... er ist doch eher dunkel, kalt und böse......