Milo der Hausdrache - Teil 3

Beim Essen im Restaurant herrscht eine eher angespannte Stimmung.

Sie ist nicht schlecht, aber jeder probiert irgendwie das Thema Drachen oder Haustier zu meiden. Selbst Max erwähnt Milo mit keinem Wort, er stochert einfach in seinem Essen herum, in der Hoffnung es würde seiner Mutter auffallen, dass ein möglicher Verlust von Milo ihm total den Appetit verdirbt.

Als das Dessert vor ihm auf dem Tisch steht kann er nicht mehr schweigen: ''Mama bitte. Milo ist das perfekte Tier für uns. Er ist total lieb, er hört sehr gut. Er wird sicher nichts im Haus abbrennen. Man kann ihm voll viele Kunststücke beibringen weil er gerne etwas Neues lernt. Ich kann ihm sicher beibringen dass er dir im Haushalt hilft.'' ''Er kann dir ja bei der Crème brülée helfen.'', Hans konnte nicht anders; ihm gefiel der Drache, ''Oder er kann mir beim Grill anzünden behilflich sein, dann können wir uns diese Grillanzünder sparen.'' Susi kann es nicht glauben. Die gesamte Familie sah sieht sie an; als wäre es unverständlich, dass sie nicht begeistert von einem Drachen als Haustier war. Der Kellner bringt Kaffee, alle schwiegen, es war sicher nicht von Vorteil, wenn jemand mitbekam was sich gerade in ihrem Haus abspielt.

''Ich werde das jetzt hier nicht mit euch diskutieren.'' sagt sie nachdem der Kellner am übernachten Tisch mit den Gästen plaudert. ''Erstens denke ich da ganz anders wie ihr. Zweitens ist das nicht der richtige Ort um das zu besprechen. Wenn wir wirklich in Betracht ziehen, dieses Ding zu behalten, dann müssen wir darauf achten dass niemand davon erfährt.'' Max lächelt, seine Mutter schien sich mit Milo als Haustier abzufinden. Dieses lächeln bemerkt Susi: ''Du brauchst dich gar nicht zu freuen. Ich habe nicht gesagt dass er bleiben darf. Ich bin immer noch enttäuscht darüber, wie du versucht hast, es vor uns zu verheimlichen. Wäre er Heute nicht in die Küche gekommen, wer weiss, wann du es uns erzählt hättest! Ich gebe Milo eine Chance, weil jeder eine Chance verdient hat. Aber wehe er kokelt etwas an, dann ist er weg. Du hilfst im Haushalt und lernst brav weiter für die Schule wie bis anhin. In einem Monat sitzen wir wieder zusammen und schauen wie es weitergehen soll.'' ''Ok.'' Max senkt den Kopf, nimmt einen grossen Löffel Eis in den Mund und versucht nicht erneut zu lächeln. Er freut sich,- ganz bestimmt würden Milo und er die Chance nutzen. Seine Grosseltern und sein Vater sagen nichts. Sie alle sind mit Susi's Vorschlag einverstanden, und sicher, dass sie sich an den kleinen schnuckeligen Drachen gewöhnen würde. 

Zuhause angekommen wünschen die Grosseltern eine gute Nacht, sie sind müde von der Reise. Max gibt ihnen einen Kuss und das Versprechen ihnen morgen Milo und seine Kunststücke zu zeigen. Nachdem seine Grosseltern sich in das Gästezimmer zurückgezogen hatten sagt auch er seinen Eltern gute Nacht. Max drückt seine Mutter ganz fest und lange während er ihr ins Ohr flüstert wie lieb er sie hatDanach löst er sich von ihr und hüpft in sein Zimmer. Milo hat schon lange gehört dass die Familie nach Hause gekommen war. Er sass bei der Türe und springt fröhlich herum als Max das Zimmer betritt. Mit dem Kopf streicht er an dessen Schienbein entlang, wie eine Katze. ''Ich muss noch schnell ins Bad mein Kleiner. Ich bin gleich zurück.'' Max schlüpft in den Superman Pyjama und verlässt nochmals kurz das Zimmer. Die Türe lässt er offen, jetzt weiss ja eh jeder von seinem kleinen Kumpel und weist Milo an im Bett auf ihn zu warten.

Kurze Zeit später schaltet er den Kassettenrecorder mit einer Detektiv Geschichte an und kuschelt sich zu dem kleinen Drachen unter die Decke. Es war so schön mit ihm zu kuscheln. ''Ab Morgen musst du meiner Mutter zeigen was du für ein super Hausdrache bist. Wenn sie sieht wie liebenswert du bist, will sie sicher, dass du eines Tages auch mit ihr kuschelst.'' Milo pipst leicht schläfrig, Max deutet dies als Zustimmung für seinen Wunsch.

Währenddessen sitzen Hans und Susi noch unten in der Wohnstube. Hans nimmt Susi in den Arm. Dass seine Frau über ihren Schatten sprang machte ihn stolz. Früher hätte sie Milo nie einen hauch einer Chance gegeben sich zu beweisen. Tiere waren ein richtig rotes Tuch für sie.

Eigentlich wollte sie ja auch nie ein Kind, und trotzdem war sie eine wunderbare Mutter geworden.

Er küsst ihre Stirn. ''Ich liebe dich.'' ''Ich dich auch. Ich verspreche wirklich nicht, dass ich dieses Drachendings in meinem Haus toleriere, aber ich will es versuchen.''

Sie löst sich aus der Umarmung und erhebt sich von der Couch. ''Kommst du auch ins Bett?'' fragt sie Hans. Er gähnt und greift nach der Fernbedienung: ''Nein noch nicht, es kommt noch eine Dokumentation die ich mir ansehen möchte.'' Sie lächelt. In 5 Minuten ist ihr Mann sicher auf dem Sofa eingeschlafen denkt sie sich, aber das störte sie nicht, so hat sie mehr Platz im Bett.

Bevor Susi ins Bad geht steigt sie leise die Treppe zum Kinderzimmer hinauf, öffnet leise die Türe und betritt es auf Zehenspitzen. Wie ein Panter schleicht sie zum Bett ihres Sohnes und seinem Freund. Da liegen die Zwei. Es war lange her als sie zuletzt ihren kleinen Jungen ins Bett gebracht hatte. Er sagte ihr einmal, er sei jetzt ein Grosser, und müsse nicht mehr von seiner Mama ins Bett gebracht werden. Für sie ist er jedoch immer noch ihr kleines Baby. Susi verweilt einfach da im dunkeln und betrachtet Max. Auf einmal bemerkt sie wie der kleine Drache den Kopf hebt und sie mit seinen hübschen Knopfaugen ansieht. Er pipst ganz leise. Nach einer kleinen Schrecksekunde flüsterte Susi: ''Psst, schlaf weiter.'' Sie gab Max einen Kuss und strich ihm liebevoll über die wilden Haare. Milo pipste erneut. Susi legte ihre Hand langsam auf seinen Kopf und streichelte ihn einmal. ''Du bekommst sicher keinen Kuss. Schlaf jetzt.'' Milo legt mit leicht enttäuschtem Blick den Kopf zurück auf Max's Arm während Susi das Zimmer verlässt und die Türe hinter sich zuzieht.

Max drückt ihn. Er hat nur so getan als hätte er geschlafen. ''Keine sorge mein Lieber. Sie wird dich sicher mögen wenn sie dich besser kennt. Bald bekommst auch du einen gute Nachtkuss von ihr.'' Milo atmet tief ein und aus, als ob er seufzte; 5 Minuten später sind beide friedlich eingeschlafen und träumen von einem gemeinsamen Abenteuer.

 

Autorin:

Jessica Gerritsen

 

 

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