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Wie sicher ist dein Kind?

Wie transportierst du dein Kind im Auto? 

Ich denke nicht in einem Karton oder in der Hundebox......

Wahrscheinlicher ist, dass es in einem Kindersitz sitzt. Das ist ja schonmal nicht schlecht.

Aber wie genau kamst du zu diesem Kindersitz?

Hast du ihn neu gekauft oder von Freunden übernommen weil sie ihn nicht mehr brauchten?

Weisst du wie gut dein Sitz in Tests abgeschnitten hat?

Vielleicht hast du auch einen gekauft der dir von der Verkäuferin im Babyladen empfohlen wurde.

Es gibt so viele Möglichkeiten.....

Wenn ich zurückdenke muss ich mir eingestehen, dass ich vieles falsch gemacht habe.

 

Während meiner Schwangerschaft sind wir mal in Babyfachgeschäfte und haben uns dort umgesehen. Wir haben uns beraten lassen, haben aber nie eine Babyschale oder einen Kindersitz gekauft. Irgendwie hat uns nie etwas überzeugt. Meist wurde uns in den verschiedenen Geschäften auch immer die gleichen Modelle empfohlen obwohl wir die nie super fanden. Mittlerweile weiss ich von Insidern, dass dies mit einem Provisionssystem zusammen hängt.

 

Und dann war das Baby schon fast da.

Eine Woche vor der Geburt habe ich per Zufall eine Babyschale gesehen, welche auch auf unseren Kinderwagen passte. Ich bezahlte dafür 50Fr in der Kinderbörse. Wie sicher diese Schale effektiv war kann ich nicht sagen. Aber es war ein schei** unhandlich und schweres Ding. Doch nicht deshalb würde ich dieses Modell nicht mehr kaufen, sondern weil man nie weiss wie vorher damit umgegangen wurde.

Wusstest du, dass ein Sitz nicht mehr sicher ist, wenn er mal einen Schlag abbekam?

Also wie ein Helm sollte man ihn austauschen wenn es mal zu einem Vorfall kam. Ich glaube zwar nicht das mein Occasion in einen Unfall verwickelt war, aber vielleicht ist er mal die Treppe runtergefallen,- ein kleiner risst im Styropor ist ein Mangel der bei einem Crash entscheidend sein kann. 

Solltest du mal das Pech haben (was ich wirklich nicht hoffe) und einen Unfall haben mit einem Occasion-Kindersitz kann das ärger mit der Versicherung geben. Die wollen dann je nach dem nicht zahlen, wenn sie merken, dass der Sitz wohl schon länger in Betrieb ist und vorher schon Mängel aufwies. 

 

Damit kommen wir schon zu meinem nächsten Fehler. 

Meine Kleine war schon sehr früh sehr gross und war schnell zu gross für die Babyschale. Also schauten wir uns wieder nach Kindersitzen um. Eine Freundin meiner Schwester war so lieb und schenkte uns einen ihrer alten Römer Kindersitze. Als ich den Bezug entfernte um ihn zu waschen zerbröselte die komplette Styroporschale. Im Babyladen bekam ich problemlos Ersatzteile. Problem gelöst. Mein Kind sass ab dann in Fahrtrichtung im Kindersitz.

 

Wie fahrlässig es von mir war, ein 8 Monate altes Kind, in Fahrtrichtung sitzen zu lassen war mir absolut nicht bewusst.

 

Vor kurzem hat mich dann mein Arbeitskollege auf das Thema Reboard-Kindersitze angesprochen. Ich dachte nur so:

WAS???!!

Ich hatte noch nie davon gehört. In den Babyfachgeschäften wurde mir zwar ein Model eines Kindersitzes gezeigt welches man drehen kann. Aber von Reboard-Kindersitzen hat mir nie jemand was erzählt.

 

Er zeigte mir dieses Video:

 

Es war so Logisch!

Kleinkinder sind keine kleinen Erwachsenen: Ihr Kopf ist viel grösser, die Nackenmuskulatur ist schwach und die Wirbelsäule ist noch unvollständig entwickelt. Darum ist die Gefahr von schweren oder tödlichen Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen sehr gross. Erwachsene können sich zusätzlich durch Airbags schützen, aber diese nützen den Kindern nichts.

Gefährdete Körperregionen in Abhängigkeit des Kindersitzes:

 

Die Lösung bringt ein Reboarder. 

Das Problem ist:

Die Wenigsten kennen diese Art von Kindersitzen und im Fachgeschäft wird im Moment noch viel zu wenig dazu beraten.

 

In einem Reboarder sitzt das Kind gegen die Fahrtrichtung, nicht nur bis zum 9. Monat sondern bis zu 4 Jahren (oder je nach Modell sogar bis zu 6 Jahren).

Die Vorteile dieser Kindersitze sind (im Gegensatz zu denen die bei uns "Standart" sind) enorm! 

 

Quelle: http://www.kuli-muli.ch/
Quelle: http://www.kuli-muli.ch/

Kleine Kinder haben einen verhältnismässig großen und schweren Kopf. Für ein Baby im Alter von 5 Monaten stellt der Kopf 25% des gesamten Körpergewichts dar. Bei einem Erwachsenen stellt der Kopf noch 6% seines Körpergewichtes dar. Des Weiteren ist die Nackenmuskulatur noch nicht vollständig entwickelt und ist in jungen Jahren noch sehr schwach. In den ersten Lebensjahren eines Kindes ist das Genick nicht in der Lage, die große Belastung eines Frontalaufpralls auszuhalten. In einem vorwärts gerichteten Autokindersitz ist die Belastung für das Genick 5 mal höher als in einem rückwärts gerichteten Autokindersitz. In Schweden ist es völlig normal, Kinder bis zum 3. oder 4. Lebensjahr rückwärts gerichtet zu transportieren. Seit vielen Jahren führt dies zu einem Ergebnis von

0 Todesfällen bei Autounfällen mit Kindern bis zum 4. Lebensjahr.

 

 

Unabhängige Studien von tatsächlichen Verkehrsunfällen, durchgeführt von Volvo und Folksam, belegen, dass unsere Kinder bis zum 4. Lebensjahr eine 5x höhere Chance haben, schwere Verletzungen zu überleben und/oder zu vermeiden, wenn sie rückwärts im Fahrzeug sitzen.

Bei einer Kollision mit 50 km/h wirken auf das Genick eines Kindes mit einem Gewicht von 15 kg in einem vorwärts gerichteten Autokindersitz Belastungen von bis zu 300 kg. Wenn das Kind stattdessen rückwärts gerichtet sitzt, wird die Belastung auf 40 – 60 kg reduziert.

 

!!!Das ist ein Unterschied von min. 200kg!!!

(Je nach Gewicht und Geschwindigkeit)

 

Bei einem Frontalaufprall, der häufigsten Unfallart, die gleichzeitig die schwerwiegendsten Verletzungen zur Folge hat, wird das Kind in den Reboard-Kindersitz gepresst und die Kräfte verteilen sich über die gesamte Rückenfläche. Der Kopf wird durch den Sitz gehalten. Bei einer Seitenkollision wird das Kind, durch die häufig gleichzeitig auftretenden Verzögerungskräfte, ebenfalls in den Reboarder gedrückt und der Seitenaufprallschutz des Sitzes kann seine Wirkung entfalten. Bei der seltensten Form schwerer Unfälle, der Heckkollision, ist ihr Kind auch gut geschützt, da es weiter vom Heck entfernt sitzt und es damit eine größere Knautschzone gibt. Viele Experten bestätigen die Sicherheitsvorteile von Reboardern. Rund 70% aller schweren und tödlichen Unfälle sind Frontalaufprälle. Schwere oder tödliche Heckaufprälle machen im Vergleich nur rund 2% aus.

 

Die Tatsache, dass Frontalzusammenstöße meist dramatischer verlaufen als Heckunfälle, ist so zu erklären:

Stoßen zwei Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von jeweils 50 km/h frontal und ungebremst zusammen, so werden die Einzelgeschwindigkeiten der Autos addiert. Ein Frontalzusammenstoß mit dieser zunächst relativ gemütlichen Geschwindigkeit entspricht dabei einem ungebremsten Aufprall gegen ein Hindernis mit einer Geschwindigkeit von 100 (!) Stundenkilometern. Fährt dagegen ein 100 km/h schnelles Fahrzeug A einem 80 km/h fahrenden Fahrzeug B von hinten auf, so werden die Geschwindigkeiten voneinander abgezogen. Der Aufprall entspricht dabei etwa dem Auffahren auf eine Wand mit einer Geschwindigkeit von lediglich 20 km/h (100-80 km/h). Beim Heckaufprall verteilen sich somit die Kräfte auf die weiter in die gleiche Richtung rollenden Fahrzeuge während die Fahrzeuge beim Frontalaufprall aus hoher Geschwindigkeit abrupt abgebremst werden und die Aufprallkraft nicht entweichen kann. Daraus resultieren die oft enormen Schäden bei Frontalzusammenstößen und Unfällen, bei denen ein Fahrzeug ungebremst mit einem Hindernis kollidiert.

Daneben bieten Reboarder beim Heckunfall einen entscheidenden Vorteil gegenüber vorwärts gerichteten Kindersitzen: Die Knautschzone zum empfindlichen Kopf des Kindes ist größer. Der Kopf eines Kindes, das vorwärts transportiert wird, befindet sich ein ganzes Stück näher am Unfallgeschehen als der Kopf eines Reboarderkindes. Insbesondere bei kleinen Autos mit kurzem Kofferraum und wenig Knautschzone kann dieser Fakt Leben retten oder vor schwereren Verletzungen schützen.

 

In Skandinavien und Spanien sind Reboarder schon fest etabliert.

 

Was ich hier noch hinzufügen möchte:

Bitte kauft keine Kindersitze mit Fangtischen. Abgesehen davon dass sie absolut unbequem sind (ich hatte so einen doofen Sitz als Kind) sind sie zusätzlich mega gefährlich. Es muss keinen grossen Knall geben, eine richtige Vollbremse reicht und dieser Fangtisch wird dem Kind voll in den Bauch gedrückt. Glaubt mir das tut weh, die möglichen inneren Verletzungen mag ich gar nicht aufzählen. In den Tests schneiden sie lediglich gut ab weil es in den heutigen Dummies keine Sensoren gibt, welche die Möglichen inneren Verletzungen aufzeichnen. Im Video unten seht ihr was ich damit meine.

 

Und jetzt? Wie weiter?

Es war für mich klar, dass ich sofort so einen Kindersitz haben musste. Das war kein wollen mehr. Mein Kind weiter vorwärts gerichtet zu transportieren war undenkbar. Ich denke nicht dass ich oder mein Mann einen aggressiven Fahrstil haben. Doch es kommt doch auch mal vor dass wir stark abbremsen müssen. Ich weiss was dabei mit dem Kopf des Beifahrers geschieht. Das neue Bewusstsein über das Körperverhältnis meines Baby's, stellte mir die Nackenhaare auf als ich mir vorstellte wie oft ihr Kopf in ihrem kurzen Leben wohl schon unkontrollierbar nach vorne  kippte während der Fahrt. Für mich muss es nicht unbedingt ein möglicher Unfall sein der einen Kauf, eines Reboarders, rechtfertigt. Ich durchsuchte das komplette Schweizer Internet nach Händlern für Reboard-Kindersitze. In normale Babyfachgeschäfte wollte ich nicht mehr, auf die war ich eher wütend, weil dort nie jemand ein Wort erwähnte über das längere Rückwärtsfahren des Kindes.

 

Es gibt sicher auch besser beratende Geschäfte... nur kenne ich keines.....

 

Ich befragte Freunde die Kinder haben und die Frauen in der Krabbelgruppe ob sie Erfahrungen mit Reboardern haben. Sogar vor Foren habe ich keinen halt gemacht. Die Antwort war einheitlich. Niemand konnte mir wirklich Auskunft geben. Die Wenigen die schonmal davon gehört hatten wussten auch nur sehr wenig, denn auch sie wurden im Fachgeschäft nie dazu aufgeklärt. Auf Parkplätzen schaute ich mir wirklich die Autos an, in der Hoffnung, jemanden zu finden der so einen Sitz hat damit ich ihn befragen könnte. Doch ich sah nie einen. Auf der Strasse achte ich mich auch heute noch. Ganz ehrlich ich habe noch keinen Reboarder gesehen!

 

Was zum Teufel ist los??? Ich kenne keine Eltern die kein Interesse an der Sicherheit ihres Kindes haben. Wieso ist es so schwierig richtige Infos dazu zu bekommen! 

Wir mussten uns selber helfen. Im Internet schauten wir nach möglichen Modellen welche in der Schweiz verfügbar sind. Wir verglichen die Modelle anhand von YouTube Videos und ich rief verschiedene Onlineshops an, weil ich auf ihren Seiten nicht genau verstand was die Unterschiede sind. Schlussendlich gefiel uns der neuste Reboarder von Besafe am Besten. Über die Internationale Seite fand ich den Generalimporteur für die Schweiz, der sich glücklicherweise in unserer Nähe befindet. Ich rief bei Kuli-Muli in Wohlen an und erkundigte mich nach unserem Wunschmodel.

Herr Zenoni war so nett und gab uns die Möglichkeit ausserhalb seiner Geschäftszeiten vorbei zugehen und uns hinsichtlich BeSafe zu beraten. Wir bauten den Sitz ein und setzten die Kleine hinein. Für uns passte es und der Preis spielte dabei nur eine nebensächliche Rolle.

Von meinem Arbeitskollegen bekam ich die Adresse von Audrey Tudisco. Sie ist die treibende Kraft hinter einer Vereinigung die sich der Aufklärung und professionellen Beratung zu Reboard-Kindersitzen verschrieben hat. Obwohl wir schon einen Reboarder beim Generalimporteur von BeSafe gekauft hatten, durfte ich sie besuchen um zum Thema auszuquetschen.

 

Sie zeigte mir ihren Showroom mit allen verschiedenen Reboardern. Man merkt ihr an dass sie mit ganzem Herzen dabei ist. Dies war auch der Grund wieso sie sich Zeit für mich nahm. Es ist nicht ihre Priorität mit dem Verkauf von Reboardern Geld zu verdienen. Natürlich bietet sie diese Option an. Aber die Aufklärung zu diesem Thema ist ihr Hauptaugenmerk. Es ist ihr wichtig die Unterschiede aufzuzeigen und jedem den richtigen Reboarder für die individuellen Bedürfnisse mitzugeben. Denn es gibt wie bei den anderen Kindersitzen unterschiede. Sie braucht keinen Spickzettel. Sie kennt jeden Sitz in und auswendig. Sie kann dir zu jedem Sitz die Vor- und Nachteile nennen. Auch andere Kindersitze kennt sie ganz genau und kann absolut schlüssig erklären wo die Unterschiede liegen und was die Alternativen sind. 

 

Neben unserem bereits gekauften Reboarder hatte ich noch einen Kindersitz dabei, den wir im Geschäftswagen meines Mannes einsetzen, wenn er die Kleine mal von der Krippe holen muss. Dieser Osann Fox kostete 80Fr und man kann ihn auch rückwärts gerichtet einbauen. Sie erklärte mir die Schwächen des Sitzes. Abgesehen davon dass der Sitz bei Tests schlecht abgeschnitten hat fehlt bei diesem Model der Überrollbügel. Dieser ist ein wichtiges Merkmal von echten Reboardern. Beim Kauf meines Reboarders hatte ich Glück. Ich wurde von Herr Zenoni sehr gut beraten obwohl er im Gegensatz zu Audrey Tedisco nur eine Marke vertritt. Wäre ich direkt bei Audrey gelandet hätte sie mir für unsere Bedürfnisse (und unser Automodel) auch dieses oder 2 andere Modelle vorgeschlagen. Ich weiss, dass ich wieder den BeSafe gewählt hätte.

 

Die neue EU-Norm UN R 129 schreibt vor, dass Kinder in Zukunft bis min. 15 Monaten rückwärts fahren müssen. Die alten EU-Normen sind jedoch immer noch Gültig. Daher wird sich in den Geschäften, meiner Erwartung nach, in Zukunft nicht viel ändern. Es wird nun mal das Verkauft was Geld bringt. Somit kann man auch noch in Zukunft Kindersitze kaufen die gerne ein Reboarder wären es jedoch nicht sind wenn man überhaupt jemals auf dieses Thema angesprochen und hingewiesen wird, dass das Kind laut neuer Norm bis mindestens zum 15. Monat rückwärts fahren sollte.

Ich persönlich finde das absolut fahrlässig. Falls du nicht weisst was ich meine:

Schau dir nochmals den Crashtest mit dem Dummy der vorwärts gerichtet fährt. Einen eindrücklichen Vergleich siehst du noch im Video ganz unten.

 

Audrey Tudisco sagt mir dazu, dass es immerhin schon ein Fortschritt ist, wenn in Zukunft die Kinder wenigstens bis zum 15. Monat rückwärts fahren. Besser als wie nach alter Norm (ECE44/04) bis zu 9Kg.

Bis wir so weit sind das es Selbstverständlich ist die Kinder bis zum 4. Lebensjahr oder länger rückwärts fahren zu lassen braucht es noch viel Aufklärungsarbeit.

 

 

Allgemeine Fakten zum Thema Reboarder von Audrey Tudisco:

 Warum sind Reboarder hier zu Lande so unbekannt?

Nur die allerwenigsten Babyausstatter führen bisher Reboard-Kindersitze, da kaum Nachfrage besteht und für eine ausführliche Sicherheitsberatung oft weder Zeit noch entsprechend qualifiziertes Personal vorhanden ist. Der ADAC, TCS und die Stiftung Warentest vergeben in der Regel schlechtere Noten für Reboarder, was zu Verunsicherung führt.

 

Warum hält sich der TCS bei der Empfehlung von Reboardern zurück?

Der TCS empfiehlt, Kinder so lange wie möglich rückwärts gerichtet fahren zu lassen, sieht aber in dem etwas komplizierteren Einbau von Reboard-Kindersitzen eine mögliche Fehlerquelle, was auch zu Abwertungen in den Tests führt. Darum setzen wir auf eine gute Beratung und zeigen Euch den Einbau!

 

Meine Meinung:

Also Jetzt mal ernsthaft! Komplizierter Einbau??? Nur weil ich nicht einfach den Gurt rundherum schlingen kann heisst das doch nicht das es kompliziert ist! Viele Reboarder haben doch ISOfix das ist super einfach! Und jene die mit dem Gurt befestigt werden sind nicht unhandlicher oder komplizierter als bei anderen Kindersitzen. Man muss halt die Bedienungsanleitung lesen. Das kann jeder.... hat sogar Bilder......

 

Warum bekommen Reboarder bei der Stiftung Warentest und dem TCS schlechte Noten?

In den gemeinsamen Tests von TCS, ADAC und Stiftung Warentest geht die Unfallsicherheit eines Sitzes nur mit 50 % in die Endnote ein. Die anderen 50 % setzen sich aus Ergonomie und Handhabung zusammen. Da der Einbau eines Reboarders in den meisten Fällen etwas aufwendiger ist als, der eines vorwärts gerichteten Sitzes, gibt es hier grosse Abwertungen. Des Weiteren bieten viele Reboard-Kindersitze auch die Möglichkeit, den Sitz vorwärts gerichtet zu verwenden und deshalb werden die Sitze auch vorwärts gerichtet getestet. Da sie aber für den Rückwärtseinbau optimiert sind, gibt es auch hier wieder Abwertungen. (Zitat Stiftung Warentest 11/2009 über den Vorwärtseinbau beim BeSafe iZi Combi X3: “Das vereinfacht zwar das Einbauen, verschlechtert aber den Frontalaufprallschutz von “sehr gut” auf “befriedigend”.)

 

Meine Meinung:

Auch im Testbericht vom TCS des Jahres 2016 kann man dies gut heraus lesen.

Der Kindersitz den wir bekommen haben ist ein Römer King. Unser neuer Reboarder ist ein BeSafe izi Modular mit Base.

Auf den ersten Blick scheinen beide Gleichwertig zu sein. Doch schau dir die Tabelle genau an (ich hab sie dir ganz unten im Artikel online gestellt).

Bei der Sicherheit hat der Römer nur 54%. Der BeSafe dagegen erreicht 74%. Der Römer holt seine Punkte bei der Bedienung und Reinigung/Verarbeitung. Ich habe beide zu Hause und kann nur sagen, dass der Römer weder in der Handhabung noch in der Reinigung besser ist als der BeSafe. Denn der Besafe hat sogar Reisverschlüsse mit deren Hilfe das Polster einfach zu entfernen ist und die verhindern das Krumen hinter das Polster rutschen. Bei Römer kann man zwar das Polster wegziehen aber das ist teilweise auch eine Fummelei.

Jetzt mal ernsthaft. Ist es wichtiger das ich einen Sitz einfach reinigen kann oder dass er mein Kind schützt?!

 

Was passiert bei Auffahrunfällen/einem Heckcrash?

Heckaufprälle machen nur knapp 3 % aller schweren Unfälle aus, Frontalcrashs dagegen 72 %. Bei einem Frontalcrash werden die Geschwindigkeiten der beiden Fahrzeuge addiert, bei einem Heckcrash subtrahiert. Bsp.: Frontalcrash von 2 PKWs mit 50 bzw. 80 km/h entspricht einer Energie von 130 km/h gegen eine Mauer. Bei einem Heckcrash wären es 30 km/h.

 

Meine Meinung:

Zunächst wirkt ein vorwärts gerichteter Kindersitz im Fall eines Heckaufpralls sicherer. Tatsächlich kommt dies aber auf den Einzelfall an und wird auch weitestgehend durch den Fakt entkräftet, dass ein schwerer Auffahrfall in der Praxis deutlich seltener vorkommt als ein schwerer Frontalzusammenstoß. Leider wissen wir als Autofahrer und Eltern nicht vorher, wann und ob wir Opfer eines Unfalls werden und wie dieser am Ende stattfinden oder ausgehen wird. Wir können uns einzig auf Wahrscheinlichkeiten verlassen und unsere Kinder für die häufigsten Unfallarten bestmöglich sichern.

 

Woher kommen die vielen Vorurteile?

Viele Vorurteile gegenüber Reboardern rühren daher, dass Eltern die Eigenschaften rückwärts gerichtete Kindersitze mit denen einer Babyschale gleich setzen. Dem ist aber nicht so.

 

Man sagt in einem Reboarder wäre mein Kind unglücklich weil es endlich vorwärts fahren will:

Wenn Ihr Baby in der Babyschale nicht mehr zufrieden ist, heisst das nicht, dass es jetzt vorwärts fahren möchte. In der Regel will das Kind nicht mehr im Auto liegen und die Fahrzeugdecke anstarren.

 

 

Quelle: BeSafe
Quelle: BeSafe

Man sagte mir es gäbe doch gar keinen Platz für die Beine!

Bei einem Reboarder sind, je nach Sitz, zwischen Kindersitz und Autositz mehrere cm Platz, so dass auch große Kinder noch sehr bequem sitzen können. Ein kleines Kind stößt mit den Füßen noch nicht mal annähernd gegen die Lehne vom Autositz. Ein grosses Kind stellt die Füße einfach gegen die Lehne oder setzt sich, wenn es ihm bequem ist, in den Schneidersitz. Unbequem oder gar gequetscht ist das nicht – wenn wir auf der Couch sitzen, legen wir die Füße ja auch lieber hoch, anstatt sie baumeln zu lassen.

 

In einem Reboard-Kindersitz könne mein Kind nichts sehen?

Kinder in Reboardern können hervorragend aus dem Seitenfenster schauen, da Reboarder meist etwas höher gebaut sind, als vorwärts gerichtete Sitze. Auch aus der Heckscheibe haben die Kinder meist einen sehr guten Blick.

 

In einem Reboarder kann ich mein Kind nicht sehen!

Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, gibt es kleine Spiegel, die an der Kopfstütze angebracht werden und über die Sie Ihr Kind sehen und auch Ihr Kind Sie sehen kann.

 

Kindern wird in Reboardern angeblich übel:

Bei Kindern, die unter Reisekrankheit leiden, macht es in der Regel keinen Unterschied, ob sie vorwärts oder rückwärts fahren. Ihnen wird auch in einem vorwärts gerichteten Sitz übel. Kinder, die das Rückwärtsfahren von der Babyschale gewöhnt sind, haben eigentlich nie Probleme mit dem Rückwärtsfahren in einem Reboard-Kindersitz.

 

Passen Reboarder nur in große Autos?

Reboarder nehmen konstruktionsbedingt mehr Platz in Anspruch, was jedoch nicht heisst, dass sie nicht in kleine Autos passen. Gerade kleine Autos sind heute häufig kleine “Platzwunder” und so wurden wir beim Einbau von Reboardern schon oft grade von kleinen Autos, sehr positiv überrascht. Wichtig ist, besonders bei kleinen Autos, dass der Sitz zur Probe eingebaut wird, damit man schauen kann, wie Sitz und Auto zusammen passen.

 

Reboarder sind teurer als vorwärts gerichtete Sitze:

Dieses Vorurteil stimmt leider meistens und hängt mit der geringen Verbreitung der Sitze zusammen. Die Hersteller haben dieselben Kosten für Sitzentwicklung und Zulassung, wie bei vorwärts gerichteten Sitzen. Der Markt beschränkt sich zur Zeit jedoch fast nur auf Skandinavien. Bedenkt man aber, welche Summen wir teilweise für Statussymbole wie Handy oder einen Kinderwagen bereit sind zu zahlen, sollten wir dann wirklich grade bei der Sicherheit unserer Kinder sparen?

MEIN FAZIT:


Mein Kind wird auf jeden Fall so lange wie möglich rückwärts fahren. Alle Vorurteile die man gegenüber Reboardern hat, sind meiner Meinung nach, ein Versuch Reboarder madig zu machen. Von denjenigen die mehr Interesse daran haben ihr eigenes Produkt zu verkaufen, als dass sie an der Sicherheit unserer Kinder interessiert sind.                        

 

1. Mein Kind ist nicht unglücklich weil es Rückwärts fahren muss. Ab und zu hat sie einfach keinen Bock Auto zu fahren,    

    aber das liegt nicht am Kindersitz.

2. Sie sieht prima aus dem Fenster (Ich würde sogar behaupten besser als vorher).

3. Der Sitz ist nicht unpraktisch. Sie hat genug Beinfreiheit au in Zukunft wenn sie einiges Grösser ist.

4. Der Reboarder passt auch in den Kleinwagen meiner Mutter und den kompakten Sportwagen meines Vaters.

 

Einen Nachteil den man als solches nennen kann ist der Preis. Reboarder sind teurer als normale Kindersitze. Du wirst keinen Reboarder für 80Fr. finden.

ABER: Du wirst keinen anderen Kindersitz finden den man vorwärtsgerichtet einbaut und genau so sicher ist. Und du wirst keinen anderen Kindersitz finden den man auch rückwärts einbauen kann und in dem dein Kind bis zu seinem

4. Lebensjahr (oder länger) sitzen kann. In der Bedienungsanleitung meines 80Fr. Kindersitz steht zwar rückwärts gerichtet benutzbar bis 18Kg. Wenn man ihn eingebaut hat merkt man aber schnell das das wohl nicht ganz stimmt.

 

Mein Anliegen an dich:

Wenn du ein Kind hast denk darüber nach. Wenn du Freunde hast welche ein Kind bekommen erzähle ihnen von diesen Kindersitzen. Audrey Tudisco und ihr Team werden dich und deine Liebsten sehr gerne dabei unterstützen den richtigen Reboarder für eure Bedürfnisse zu finden. 

 

Wenn man ernsthaft überlegt kauft man doch lieber einen Sitz der sicher ist und den man 4 Jahre hat statt einen günstigen dafür 3 davon bis das Kind 4 Jahre alt ist. oder so wie ich 3 kauft innerhalb des 1. Jahres.....

Das neue Handy kann sonst auch noch ein Jahr warten. (Meine Meinung)

 

Schliesslich ist es schöner mit dem lebenden, gesunden Kind zu spielen als nur die Erinnerungen daran auf dem neuen Smartphone anzusehen.

 

P.s. solltest du mal Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall sein wo noch ein Kind im Kindersitz sitzt. Nimm das Kind im Kindersitz sitzend heraus! Nicht das Kind abschnallen und aus dem Sitz heraus heben! Ausser natürlich es geht nicht anders, sprich es ist schlicht nicht möglich weil das Kind reanimiert werden muss oder man den Sitz in einer Gefahrensituation nicht schnell genug ausbauen kann. Denn es gilt wie bei Erwachsenen mit möglichen Rückenverletzungen: Je weniger manipuliert wird desto besser.

 

 

💋In liebe Jessica  

 


Quelle: TCS
Quelle: TCS

Quellen:

- Audrey Tudisco von http://reboard-kindersitze.ch

- Herr Zenoni von http://www.kuli-muli.ch

- TCS

- YouTube


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Kommentare: 7
  • #1

    Tina (Freitag, 24 Februar 2017 14:31)

    Grundsätzlich: Ja, mir liegt die Sicherheit meiner Kinder am Herzen! Und ich gebe dir recht, dass mehr über Reboarder aufgeklärt werden muss. Die Ladenbesitzer sehen halt nur, dass kaum jemand 400 € (oder sind's sogar noch mehr?) für einen Kindersitz berappen kann. Daher kommen die gar nicht erst in die Läden. Ich kenne inzwischen einen Laden in München, die sich auf Reboarder spezialisiert haben. Aber das sind Exoten.
    Was mich aber tatsächlich richtiggehend nervt: Wie oft man gesagt bekommt, dass einem die Sicherheit des Kindes "das schon wert sein muss". Fast so, als wäre man total verantwortungslos, wenn man "nur" ein normales Babyfon kauft und kein Angel-Care. Ich muss sagen, dass ich durch den belehrenden Tonfall schon meist im Vorfeld auf Durchzug schalte. Und ich möchte wetten, dass es anderen da genauso geht. So darf man mit so einem sensiblen Thema nicht umgehen, wenn man will, dass es genauer betrachtet wird. Das ist zu aggressiv.
    LG, Tina

  • #2

    Mein Notizblog (Freitag, 24 Februar 2017 14:49)

    Liebe Tina

    Ich weiss nicht ob ich deinen Kommentar richtig interpretiere.
    Falls du das Gefühl hast dass ich irgendjemanden bevormunden möchte mit meinem Artikel oder gar ein schlechtes Gewissen machen, weil er keinen Reboarder hat, dann kannst du beruhigt sein. So ist das sicher nicht gemeint.
    Das ist mein Blog in dem ich über meine Gedanken und meine Sichtweise schreibe.
    Der Unterschied bei geschriebenem zu gesagtem ist dass man den "Tonfall" wie man es interpretieren möchte meist selber wählt. So kann man Sätze je nach dem eigenen empfinden als agressiv oder halt nicht wahrnehmen.

    Auch wenn ich selbst einen Angelcare habe (BIG SMILE) und auch einen Reboarder, heisst das nicht, dass ich andere Eltern die das nicht haben für Verantwortungslos halte.
    Im Gegenteil ich glaube eher das viele einfach weder Reboarder noch Angelcare kennen (jedenfalls kann ich das in meinem Umfeld feststellen).
    Dieser Artikel spiegelt lediglich mein Denken wieder.
    Wie ich das ganze Thema empfinde, welche Gedanken ich mir dazu gemacht habe und wieso ich so überzeugt von Reboardern bin.
    Ich habe im Titel die frage gestellt:
    Wie sicher ist dein Kind?
    Und nicht:
    Wie viel ist dir die Sicherheit deines Kindes wert?

    Es geht grundsätzlich um Information zum Thema.
    Was den Preis betrifft. Wären die Reboarder genau so gefragt wie die Anderen wären auch die Preise anders. ;-)

    Take it easy ;-)


  • #3

    Robert Dalnoki (Sonntag, 26 Februar 2017 19:06)

    Danke für den ausführlichen Beitrag! Kommt wie gerufen :)

  • #4

    Caroline Prange (Sonntag, 26 Februar 2017)

    Danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich hoffe, daran zu denken und darauf zurückzukommen, wenn ich einmal einen Kindersitz aussuchen muss. Dass man Kindersitze wegen der vermeintlichen bereits vorhandenen Schäden nicht gebraucht kaufen soll, wusste ich bereits. Vom Rest war vieles neu für mich. Danke für die ausführliche Recherche! LG Caro von Caros Fummeley

  • #5

    Muttis Nähkästchen (Sonntag, 26 Februar 2017 19:31)

    Ich frag mich ja immer: Wo tun die Kinder bloß ihre Beine hin beim Reboarder? Meine Jungs waren mit einem Jahr schon so groß, dass der freie Raum zwischen Rückbank und Vordersitz mehr als Goldes wert war. Wie macht ihr das?

  • #6

    Denise (Sonntag, 26 Februar 2017 19:44)

    Also ich finde (zumindest in meiner Umgebung) gibts es mittlerweile echt viele Infos über dieses Thema und wir haben auch lange überlegt!
    Als unsere Maus 1 Jahr war kam die Schale weg-einziges Problem: Sie hat den Reboarder gehasst und es wäre nicht einmal eine Fahrt von 5 Minuten möglich gewesen ( und shon gar nicht in den Urlaub zu fahren) so haben wir uns dann doch am Ende schweren Herzens einen vorwärts gerichteten Testsieger von Römer geholt. Das mit den Babyfachgeschäften finde ich so und so eine Frechheit. Diese Dreistigkeit, dass einem Provisionen mehr wert sind als die Gesundheit von Kindern. Deswegen waren wir für diesen Kauf gleich gar nie in einem Laden sondern direkt bei ÖAMTC!
    Ein sehr guter Bericht den du da geschrieben hast!!!

    Viele Grüße
    Denise von
    https://lovelifebloggerlife.blogspot.co.at/

  • #7

    Mein Notizblog (Sonntag, 26 Februar 2017 20:07)

    @Muttis Nähkästchen

    Das mit den Beinen bei älteren Kindern war auch eine der Bedenken welche ich am Anfang hatte. Aber wenn man ein wenig recherchiert findet man Bilder und Videos von vielen Kindern die kein Problem mit dem Platzangebot haben. Beim Design der Sitze wurde sogar darauf Rücksicht genommen dass die Kinder ohne Probleme die Beine in alle Richtungen halten können. Einige Modelle kann man auch einstellen damit sie etwas weiter weg von der Rückenlehne des Sitzes sind. Unsere Kleine ist erst ein Jahr alt und noch nicht so gross. Aber als ich bei Audrey Tudisco war hat sie mir Fotos ihrer Kinder in den Sitzen gezeigt das hat mich dann überzeugt.