Du warst.....

Du warst mein Held..

...in einer Zeit, in der du nicht Drachen für mich getötet hast, sondern du mich auch auch dann liebtest als ich der Drachen war. 

Diese Zeiten scheinen längst vergangen.

 

Als wir uns kennen lernten glaubte ich nicht daran dass aus uns etwas wird was die Ewigkeit überdauern könnte.

Jetzt weiss ich das es auch so ist. 

 

Jeder Tag mit dir war einer der Schönsten meines Lebens, -manchmal. Ja, wir haben uns das Leben gegenseitig unnötig schwer gemacht.

Waren wir zu Stolz oder zu Müde um auf einander zuzugehen?

 

Ich bin es müde dir meine Grenzen immer wieder neu aufzuzeigen nur damit du darüber hinweg gehen kannst.

Wir Beide sind "auch nur Menschen".

Eigensinnige, zielstrebige, sture und manchmal unbelehrbare Menschen.

Wir Beide machen Fehler, aber ich bin müde dir immer wieder Lösungen anzubieten und darauf zu warten dass du selber einmal merkst wenn uns etwas fehlt.

 

Es gab Tage da wollte ich dich auf den Mond schiessen, ich tat es nicht, weil ohne dich wäre mein Leben um eine Herausforderung ärmer. 

Aber jetzt bin ich müde. Ich will dich nicht mehr daran erinnern dass unsere gemeinsame Zeit zwangsläuffig irgendwann ein Ende hat und wir die Zeit gemeinsam geniessen sollten. Ich bin müde dir immer wieder Vorschläge und Termine zu unterbreiten damit wir nur wir sein können.

 

Ich bin es müde, darauf zu warten dass es dir selbst in den Sinn kommt etwas für unsere Freizeit zu planen ohne dass ich dazu vorausgehend eine Idee ausgesprochen habe.

Ich bin vielleicht schon zu müde, um zu merken dass du Zeit mit mir verbringen möchtest.

 

Stell dir vor wir wären nicht so wie wir eben sind.....

Auf den ersten Blick scheint so ein harmonisches Leben verlockend.

Doch in Wirklichkeit wäre es mir zu einfach; zu langweilig. 

Das dachte ich. 

Aber jetzt bin ich müde und sehne mich nach nichts anderem. Nach Frieden, nach Liebe, nach Zeit.

 

Du warst mein Held auch wenn du manchmal Öl ins Feuer gegossen hast und mich brennen liessest.

Denn du wusstest wenn ich das nicht könnte, würde ich irgendwann explodieren.

Aber du hast vergessen das Feuer zu löschen und hast mich ausbrennen lassen.

Ja ich weiss du hast es nicht gemerkt. 

Hat es dich denn interessiert?

 

Du warst mein Held als du mein Herz erobert hast und du hast meine Welt zum wanken gebracht als du es  fallen liessest.

Es stimmt ich habe es mittlerweile mit Bewegungssensoren hinter Panzerglas einbetoniert aus angst dies könnte nochmals geschehen.

Ich habe darauf gewartet dass du es wieder befreist. Jetzt bin ich müde vom warten.

Ich habe angst es selbst wieder hinaus zu lassen weil ich nicht weis was dann geschieht.

Geht es ohne umwege auf dich zu oder geht es für immer fort?

 

Du warst mein Held weil du immer da warst auch als du eigentlich irgendwo anders sein wolltest. 

Du warst mein Held als es dich ehrlich interessierte was in meiner Welt geschah und ich mit dir die Dinge teilen konnte weil du wolltest nicht weil du musstest. 

Wann haben wir das letzte mal etwas zusammen geteilt was wir nicht auch mit einem Kumpel teilen könnten?

 

Du warst mein Held weil du mich ausprobieren liessest obwohl du wusstest dass es schief gehen könnte. Jetzt ist es schiefgegangen und wir haben Beide nur zugesehen und es geschehen lassen. 

 

Wir waren Helden als wir uns alles erzählen konnten und der andere aufmerksam zugehört hat. Wann haben wir aufgehört richtig zuzuhören ohne einen komischen Unterton oder Vorwürfe darin hören zu wollen?

 

Wir waren Helden als wir uns für unser Handeln nicht verurteilten. Aber ich bin müde und mag deine Gleichgültigkeit (auch wenn sie nur gespielt ist?) nicht mehr hinnehmen. 

Ja ich habe auf ein Zeichen gewartet dass du es in Ordnung bringen willst.

Eines dass nur mir gelten sollte.

Ja ich habe nur gewartet.... weil ich müde bin die Zeichen selbst zu senden.

 

Du bist mein Held an den Tagen an denen du meine Träume unterstützt auch wenn du sie manchmal vielleicht schwachsinnig findest.

Auch wenn ich müde bin so werde ich dir, für deine Träume, immer den Rücken frei halten wenn du mich brauchst.

 

Du bist mein Held weil du mich so liebst wie ich bin und ich keine Geheimnisse vor dir haben muss.

Aber liebe empfinden ist einfach nicht genug wenn man sie nicht auch zeigt und es ein Anliegen ist, dass das Gefühl der Wertschätzung auch ankommt. 

 

Du warst mein Held als du mir jeden Tag dein ganzes Herz geschenkt hast, auch wenn es manchmal aus Stein zu sein schien. 

Du warst mein Held als du mich auch dann wärmstest als du selber kalt hattest.

Doch diese Tage sind vorbei.

 

Du bist mein Held weil du der beste Vater für unsere Tochter bist.

Wir sind wundervolle Eltern.

Werden wir es auch wieder schaffen wundervoll zu uns zu sein?

 

  

Einige Monate später:

 

Diese alten Zeilen sind für einige die das lesen vielleicht überraschend. 

 

Ich schrieb sie nachdem die Koffer schon gepackt waren, wir uns scheinbar nichts mehr zu sagen hatten und wir beide einfach nur noch den Weg von einander weg wählen wollten.

 

Aber sind sie wirklich Überraschend?

Ich glaube nicht dass wir eine Ausnahme unter den Verheirateten sind. 

Unser ganzes Leben ist so: Wir bauen etwas auf und wenn es steht kommen oftmals zweifeln oder es kristallisieren sich störende Dinge heraus bei denen man sich fragt will ich das so oder mach ich es nochmals neu?

Ganz egal ob im Job, bei der Wohnungseinrichtung oder Lebenszielen.

Krisen haben wir in jedem Bereich, und manchmal tut es einfach gut ein paar Schritte weg zu gehen, das Ganze aus der Ferne zu betrachten und sich in ruhe zu fragen wie es weitergehen soll. 

 

In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder Tage und Wochen erlebt in denen wir uns nicht gut taten. 

Wieso wir dennoch zusammen sind?

Es ist nicht nur weil wir uns lieben, das wäre uns beiden zu wenig. 

Es sind auch die vielen andern Dinge die wir an einander schätzen und die wir nicht missen möchten. 

 

Wir trennten uns, und nahmen uns die Zeit, um zu sehen was wir für uns alleine möchten, haben unsere Ziele im Leben neu definiert und den Weg dazu gewählt.

Am Ende standen wir wieder nebeneinander, auf genau diesem selbstgewählten Weg, dieses mal sahen wir jedoch in die gleiche Richtung und waren bereit zusammen weiter zu gehen.

 

Es war wirklich eine turbulente, kraftraubende Zeit.

Zum Glück kommen gute Zeiten immer wieder, sie machen manchmal lange und unnötige Pausen, aber wenn man sie nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet, besteht die Chance dass sie wiederkommen.  

  

Die kindlich verzierten rosaroten Brillen liegen irgendwo zerbrochen im Müll.

Die seelischen Narben unserer Streitigkeiten sind mittlerweile gut verheilt und nicht mehr von jenen unserer Jugend zu unterscheiden.

Unsere Beziehung ist mittlerweile Erwachsen geworden.

 

Wir wissen:

Es wird nie mehr so wie es am Anfang war, damit meine ich die ganze Sache mit der rosaroten Brille.

Das beunruhigt uns aber nicht, denn wir sind uns sicher dass es ohne die sogar besser ist, weil wir jetzt klar sehen wohin wir zusammen gehen.

Wenn sich unsere Wege doch noch trennen, so können wir das mit ruhigen gewissen tun, weil wir alles taten was unsere Herzen konnten.

 

 

💋 in liebe Jessica

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0